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Review vom 09.05.2004

  Die Sims brechen aus



WERTUNG:
84%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Wagen
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Meinungen:
10 Kommentare
Komplettlösung
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Eigentlich fing alles mit den Tamagotchi an. Diese putzigen Biester raubten vor ein paar Jahren bald sämtlichen Kindern und Eltern dieser Welt den Schlaf und vor allem die Nerven. Das Konzept der Firma Bandai, ein virtuelles Haustier zu schaffen, ging voll auf: Omas und Opas wie auch Mädels und Buben kümmerten sich um das piepsende Plastikgerät, um für Spaß, Spannung, Schokolade und was zum Spielen zu sorgen. Ein Gerät mit sämtlichen Wünschen auf einmal.

Ein paar Jahre drauf stellte Will Wright, seines Zeichens Erfinder der weltberühmten Sim City Reihe, sein neuestes Projekt der Öffentlichkeit vor: Die Sims. Vom Prinzip her nichts anderes als Gute Zeiten - Schlechte Zeiten in Nullen und Einsen - Das ganz normal verrückte Leben einer Familie, mit allem was dazu gehört. Wrights Idee war, dass der Spieler sämtliche normalen Abläufe eines Tages mit seinem Sim durchzuspielen hat. Vom Kochen bis hin zum Duschen oder Fitnesstraining. Die eigentlich sehr einfache Idee wurde ein Kassenschlager: Die Menschen lebten ihr Leben lieber virtuell im PC als zu Hause und kümmerten sich so liebevoll um ihre Sims, dass die guten alten Tamagotchis richtig neidisch werden können.

Auch heute noch ist Die Sims für die Firma Electronic Arts das Spiel schlechthin. Trotz Raubkopien verkaufte sich bisher jeder Titel und jede Erweiterung viele Male, am offiziellen zweiten Teil wird gerade gearbeitet, eine Online-Variante gibt es bereits.
Grund genug, auch im immer wichtiger werdenden Konsolen-Geschäft die Sims-Manie auszulösen. Was jedoch auf PC und Mac einfach mit der Maus zu steuern war wird mit dem Steuerkreuz einer X-Box oder Playstation zur Qual, weshalb man sich für ein modifiziertes Konzept entschied. Und damit man auch unterwegs immer für seinen Sim da sein kann (wobei sich hier der Kreis zum Tamagotchi wieder schließt) wurden auch die aktuellen mobilen Konsolen Game Boy Advance und jetzt auch Nokias N-Gage mit einer eigenen Version bedient.

Willkommen in Sim Valley
Die Sims-Veteranen werden auf den ersten Blick etwas verwirrt sein - Steuert man in Die Sims brechen aus doch nicht bis zu eine ganze Familie, sondern immer nur eine einzige Person, euren persönlichen Sim. Dieser wird zu Beginn des Spiels designt - bekommt also Kleidung, Haar- und Hautfarbe sowie Geschlecht und Persönlichkeit - um danach gleich in Sim Valley abgesetzt zu werden, in der sich diese Geschichte abspielt.
Statt wie bei jedem anderen Sims-Spiel erst einmal ein Haus aus dem Boden zu stampfen ist man zu Beginn von seinem Großvater abhängig, der bereits ein typisches Haus besitzt und einem nach ein paar Aufgaben die Scheune nebst erstem Kleinkram überlässt.

Der geneigte Videospieler entdeckt sofort, dass sich hier das Genre vom Aufbau-Strategiespiel zum Adventure gewandelt hat: Gehe hierhin, benutze jenes, gib diesem Sim das, bring dafür einem anderen dieses. Klingt erst einmal recht öde, wird aber vor allem durch einen Aspekt spannend: Wie im Original hat euer Sim Bedürfnisse, die ihr stillen müsst. Acht Stück sind das an der Zahl und reichen vom Hunger bis zum Harndrang. Wer sich nicht darum kümmert, wird lautstark von seinem Schützling darauf aufmerksam gemacht, schließlich sollte man ihn zufrieden stellen, damit er einem die ganzen vertrackten Aufgaben erledigt.
Meistens bringt die Erfüllung eines dieser Jobs ein neues Minispiel ein. Neben dem anfänglich vorhandenen Rasenmähen stehen euch am Ende des Spiels zahlreiche Mini-Jobs zur Verfügung, mit denen sich, je nach Stufe, eine Menge Geld verdienen lässt.

It's a rich man's world
Und Geld ist alles in Sim Valley: Ohne Simoleons könnt ihr keine Einrichtungsgegenstände für eure Wohnung kaufen, die sich von der anfänglichen Scheune schnell in einen Glockenturm bis hin zur Supervilla mit Pool entwickelt. Denn immer sechs Aufträge später heißt es Umziehen, schließlich soll eurem Aufstieg in der Stadt keine klapprige alte Bude im Weg stehen, wie sieht das denn aus!
Die zahlreichen Accessoires, die im Laufe des Spiels gekauft werden können, haben natürlich neben ihrem coolen Aussehen auch noch nützliche Eigenschaften: So lässt ein größeres und besseres Bett euren Sim schneller erholen, eine gute Küche macht ein ausführlicheres Essen möglich - bringt aber die Gefahr eines Brandes mit sich, wofür ihr wiederum den Feuermelder benötigt.

Wie der N-Gage zum GBA wird
Die Sims brechen aus ist ein weiteres Mal die Umsetzung eines Game Boy Advance Titels. Wie schon Rayman 3 und Splinter Cell hat man den Bildschirmausschnitt an die Hardware des N-Gage angepasst sowie neue Features eingebaut. Seine Herkunft kann das Spiel jedoch nicht verleugnen, hat man doch einen ganz bösen Bug in das Game eingebaut: Speichert man seinen Sim flackert eine halbe Sekunde lang der Schriftzug GBA nicht ausschalten über den Bildschirm. Ein überaus peinlicher und vor allem ärgerlicher Umstand, fühlt man sich als Besitzer des technisch überlegeneren N-Gage vor den Kopf gestoßen, wenn Entwickler solche nachlässigen Fehler verursachen. Eigentlich könnte man an dieser Stelle den Test beenden und auf den der Game Boy Advance Version auf unserer Partnerseite Planetgameboy.de verweisen...

Aber nur eigentlich, denn gegenüber dem Game Boy Advance hat der N-Gage einen großen, diesmal sogar spielspaßentscheidenden Vorteil: Mit einem Druck auf die rote Hörertaste wird, wie bei jedem N-Gage-Game, das Spiel im Pausenmodus im Hintergrund weiter laufen gelassen. Ein kurzer Klick im Taskmanager des Gerätes - und schon kann man sich weiter um seinen kleinen Racker kümmern. Muss man beim GBA jedesmal das Gerät von neuem anschalten, macht auf dem N-Gage dieser "andere Umstand" einen großen Teil des Spielspaßes aus. Wieder einmal das Tamagotchi-Prinzip: In jeder freien Minute kann man entweder Trainieren, etwas essen oder einfach nur Schlafen.

Zusätzlich hat man dem N-Gage ein paar Extras spendiert, die in der GBA-Version nicht vorhanden sind. Da wäre zum einen das Mobiltelefon - natürlich ein Nokia - welches neben der normalen Anruffunktion zahlreiche Minispiele enthält. Wer bisher den Klassiker Snake auf dem N-Gage vermisste, wird an dieser Stelle fündig und kann sich sogar online in der Arena mit anderen Spielern messen. Das macht nicht nur Laune sondern führt auch dazu, dass neue Gegenstände freigeschaltet werden, was bis zu einer neuen Wohnung führen kann.
Außerdem gibt es die neue Funktion der "Auktionen", wodurch ihr in der Arena an neue Tools für den täglichen Bedarf kommt. So wird das Spiel eigentlich nie langweilig und es ist ein Wettstreit mit anderen N-Gage Besitzern in der ganzen Welt vorhanden - Ein ganz neuartiges Spielgefühl!


Steuerung:
Ihr steuert euren Sim direkt, habt also nicht wie auf dem PC die "Gotteshand", die über alles wacht und die schnell an allen Stellen eingreifen kann. Durch diesen Direkteinfluss habt ihr immer genau im Blick, was euer Schützling gerade braucht. Die Haupttaste 5 ist mit den wichtigsten Funktionen belegt, die immer dann erscheinen, wenn es etwas zu tun gibt. Leider überlagern sich manche Befehle ab und an und es wird schwer, genau das zu tun, was ihr wollt.
Die vielen Tasten des N-Gage sind nützlich, um euch durch die Menüs zu hangeln, benutzt werden aber hautpsächlich 5 und 7 (vor allem die 7, um zu Rennen, ein tolles Features...).
Auf Fahrzeugen wie der Mähmaschine oder dem Roller hat die Steuerung jedoch so ihre Probleme - oft bleibt man an minimalen Ecken und Kanten hängen, was vor allem beim Roller ärgerlich ist. Dieser braucht nämlich ein wenig, um anzufahren. Das mindert den Spielspaß leider etwas, da man mit diesem Fahrzeug doch recht häufig unterwegs ist.

Grafik:
Grafisch hat man sich auf eine gute 2D-Engine verlassen, statt dem Trend zum 3D zu folgen. Wie auch in der Game Boy Advance Version sind viele kleine Details eingebaut worden, um die Umgebung lebendig zu machen. Dafür ist der Bildschirmausschnitt etwas klein geraten, was aber nach einiger Zeit nicht mehr so störend wirkt.
Die Animationen eures Helden (oder eurer Heldin) sind witzig anzusehen und größtenteils gehen sie auch flüssig ineinander über. Die übrigen Sims haben ihre Eigenheiten (so schleicht der Oberbandit immer vorsichtig durch die Gegend), sind aber eher spärlich animiert. Außerdem könnten es ruhig ein paar Figuren mehr sein, was hoffentlich im bereits angekündigten Nachfolger "The Urbz" der Fall ist.

Sound:
Soundtechnisch ist Die Sims brechen aus stark an die Originaleffekte der PC-Version angelegt. Euere Sim-Freunde (die ihre erst mühsam davon überzeugen müsst, dass ihr ein guter Kerl seid) winken euch zu und murmeln etwas in ihrer ihnen eigenen Sprache. Jede Tageszeit hat ihren eigenen Sound, wobei mich die nächtlichen Grillen so langsam um den Verstand bringen.
Die Musik tendiert von nervig bis zu Ohrwurm, ist aber alles in allem durchwachsen, aber gut. Einzig der Motorroller nervt nach einer kurzen Zeit tierisch durch sein seltsames Geräusch...

Features:
Neben den zahlreichen freischaltbaren Minispielen motivieren auch die auffindbaren Handy-Games wie Snake oder Tennis (der Klassiker Pong).
Die vielen verschiedenen Aufträge halten euch lang bei der Stange und die zahlreichen Gegenstände lassen eine Wohnung schnell voll werden. Zusätzliche Features wie der Motorroller sorgen für Laune und weniger abgelaufene Füße.
Die Arena-Funktionen sind wie bereits erwähnt ausgezeichnet und halten den Spieler lange bei der Stange. Das Prinzip "Neue Sachen kaufen" sollte man auch in zukünftigen Spielen einbauen.
Deutsche Sprache sowie Speicherfunktion sind auf dem N-Gage ja zum Glück selbstverständlich!

Multiplayer:
Die Packung wirbt zwar vollmundig mit einem Zweispielermodus, in Wirklichkeit ist dieser jedoch nichts anderes als ein Objekte-Tausch und Auktions-Tool. Die Minispiele können leider nur in der Arena oder gegen andere Sims gespielt werden.

Fazit:
Die Sims brechen aus ist genau das richtige Spiel für das N-Gage Spieleportal. Dank der Standby-Funktion macht es mehr Spaß als die Game Boy Advance Variante - man sollte aber immer darauf achten, vorher zu speichern, sonst kann es ab und an mal passieren, dass z.B. bei der Handy-Synchronisation ein lang gespieltes (aber nie gespeichertes) Spiel futsch ist, da das Programm geschlossen wurde. Hier wäre eine Auto-Save-Funktion der richtige Schritt gewesen.
Die Sims machen eine ganz lange Zeit Spaß und gehören sicher zu den besten Titeln auf dem N-Gage. Grafisch und spielerisch gibt es keine großen Pannen; der Game Boy Advance Hinweis beim Speichern ist jedoch leicht peinlich geraten.
Dem Einen oder Anderen wird das Game außerdem ein wenig zu soft und langweilig sein. Vor allem die vielen Dinge, die man beachten muss (Essen, Trinken, Schlafen, Toilette, etc.) können ungeduldige Spieler unglaublich nerven. Wer sich jedoch darauf freut, das Leben eines einzelnen Sim zum besseren zu wenden und wer mal ein etwas anderes Die Sims-Vergnügen haben will, der sollte auf jeden Fall zugreifen. Die Sims brechen aus ist bis dato einer der spaßigsten N-Gage Titel überhaupt.


Christian Nork für N-Page.de

Vielen Dank an Nokia für die freundliche Bereitstellung des Testmusters





Packshot

Details

Publisher:
EA Games

Developer:
Electronic Arts

Genre:
Adventure

Release:
Mai 2004

Multiplayer:
2

Screenshots:
(zum Vergrößern anklicken)

shot1

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