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Review vom 01.05.2005

  The Roots - Gates of Chaos



WERTUNG:
85%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
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Bis jetzt wurden Rollenspiel-Fans auf dem N-Gage nicht gerade verwöhnt. Requiem of Hell konnte die Erwartungen nicht erfüllen und war ziemlich verbuggt. The Elder Scrolls: Shadowkey bot zwar solide Rollenspielkost, konnte viele Spieler aber wegen der schwachen Framerate nicht überzeugen. Und dann war erstmal Ebbe angesagt.
Jetzt wagen sich gleich drei neue RPG-Ableger auf unser Lieblingshandy: Xanadu Next, das Tactic-RPG Rifts - Promise of Power und natürlich das Action Adventure The Roots - Gates of Chaos.

Rollenspielpuristen werden laut aufschreien und kritisch anmerken, dass „The Roots“ kein richtiges Rollenspiel ist. In der Tat, „The Roots“ ist ein Hack'n'Slay-Spiel. Und der Genrename ist hier auch Programm, es gilt, wahre Heerscharen von Monstern zu „zerhacken und erschlagen“. Der bekannteste Vertreter dieses Genres ist wohl Diablo von Blizzard.

Die Story ist schnell erzählt: Der böse Dämonen-Herrscher „Demon Lord“ bedroht die ganze Welt. Natürlich finden sich einige tapfere Helden, die ihn aufhalten wollen. Zuerst muss der Spieler einen Orb aus Chaosmaterie zerstören, aus dem der Finsterling seine Kraft zieht. Später geht es dem Demon Lord selbst an den Kragen. Die Story ist allerdings eher uninteressant und nebensächlich. Wie schon in Diablo werden die meisten Spieler wohl die kurzen Storysequenzen vor jedem Level überspringen und sich ganz aufs Monstermetzeln konzentrieren.

Man kann zwischen fünf Charakteren wählen: Ritter, Kriegerin, Dieb, Hexer und Zauberin.
Alle unterscheiden sich in ihren Eigenschaften, was natürlich auch eine andere Spieltaktik mit sich bringt. Der Krieger schlägt sich gut im Nahkampf während man diesen mit Dieb oder Magier möglichst vermeiden sollte. Die Kriegerin ist im Nahkampf schwächer, ist dafür aber sehr stark mit dem Speer. Die magischen Charaktere sind im direkten Kampf sehr schwach, dafür können sie natürlich mächtige Zauber anwenden.

Der Spieler startet nach einem optionalen Tutorial als blutiger Anfänger in einem kleinen abgelegenen Dorf. In diesem Dörfchen gibt es wie in allen anderen Gemeinden fünf Nichtspieler-Charaktere.
Der Händler verkauft einem alles was man als Abenteurer braucht, verlangt allerdings, wie Händler so sind, Wucherpreise. Der Jäger bietet einem Aufträge an. So kann man zum Beispiel vier Wolfsohren sammeln und bekommt dafür ein besonderen Gegenstand als Belohnung. Der Gladiator öffnet Multiplayer-Spielern den Zugang zu einer Kampfarena. Einzelspieler können mit ihm leider nichts anfangen. Ein mysteriöser Mann namens Botin erzählt uns etwas über die Hintergrundgeschichte des Spiels. Seine Ausführungen sind allerdings nicht gerade hilfreich und die wenigsten Spieler werden sie lesen. Der Fährmann ermöglicht es uns später, in bereits besuchte Dörfer zurück zu reisen. Zudem kann man seine Dienste nutzen, um Items zu lagern. In der praktischen Truhe finden dann Items Platz, die zum Beispiel erst in höheren Leveln benutzt werden können und somit im Inventar nur stören würden.

Nachdem man sich mit Heiltränken eingedeckt hat, kann der abenteuerlustige Spieler sich auch gleich auf den Weg in die Schlacht machen. Am Dorfrand gibt es vier Wegweiser, die jeweils in ein eigenes Level mit vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden führen. Natürlich fängt man zuerst mit dem einfachsten Level an.
Bereits hinter der ersten Ecke lauern zwei Wölfe, die sich sofort auf unseren Helden stürzen. Diese sind nur ein kleiner Vorgeschmack, denn es gilt, sich später durch eine ganze Goblinhorde zu metzeln. Man findet sich im Kampfgeschehen sofort zurecht und hat schon nach wenigen Gegnern den Dreh raus. Die getöteten Goblins hinterlassen meistens diverse nützliche Items. Das ist entweder Gold, Waffen, Rüstungen, Heiltränke oder „Missionsgegenstände“, die für die Side-Quests der Jägergilde benötigt werden.

Auf diese Weise schlägt man sich im Laufe des Spiels durch fünf verschiedene Dörfer, die jeweils in vier Level unterteilt sind. Jedes dieser 20 Level enthält auch noch ein bis zwei finstere Dungeons. Besonders erwähnenswert ist, dass fast jedes Level in einem anderen Gebiet spielt. Im Laufe des Spiels durchkämpft man z.B. modernde Sümpfe, trockene Wüsten, eine verlassene Stadt, fliegende Inseln, heiße Lavahöhlen und frostige Eislevel. Jedes Level hat auch eigene Monster und sind somit sehr abwechslungsreich. Im Wald hausen Wölfe, in der Wüste leben Riesenskorpione und in den Lavahöhlen greifen den Spieler finster Dämonen an. Sehr schön!
Am Ende jedes Levels wartet ein besonders starker Endgegner auf den Helden, der stellenweise eine echt harte Nuss ist. Allerdings lässt sich der Kampf durch Einsatz einer Spezialfähigkeiten wie Anima (ruft ein Reittier herbei) und Zaubersprüche erleichtern.


Ein Abschnitt dauert bei schneller Spielweise ca. 15-20 Minuten. Wenn man auch die Dungeons von Monstern befreien, alle Monster erledigen und alle Truhen finden will, braucht man dementsprechend länger. Wenn man sich beeilt, kann man das ganze Spiel in ca. 8-10 Stunden durchspielen. Der gemütliche Spieler schaut sich die Storysequenzen an und kämpft sich durch alle Dungeons, erledigt die Missionen der Jägergilde und hängt ein paar Stündchen mehr dran..
Zum Schluss kann man entweder den Multiplayermodus ausprobieren oder mit einem anderen Charakter neu anfangen. Da sie sich unterschiedlich spielen, kann man das Spiel ruhig mehrfach durchspielen. Für Anfänger empfiehlt sich der Dieb, der mit seinem Bogen sämtliche Gegnerhorden aus der Entfernung dahinmetzelt.

Steuerung:
Der Steuerung kann man nur das größte Kompliment machen, das es für eine Steuerung gibt: Sie ist unauffällig. Nach einem kurzen Tutorial hat man sie sofort verstanden und man hat in Kämpfen und in den Menüs keine Probleme.
Es gelingt einem auch im heftigsten Kampfgetümmel, schnell einen Heiltrank zu trinken oder einen Spezialangriff zu starten.
Die Menüsteuerung geht flott von der Hand und man verkauft auch nie versehentlich irgendwelche Gegenstände.

Grafik:
Die Grafik ist die große Schwachstelle des Spiels. Man sieht der Engine zwar an, dass die Entwickler sich Mühe gegeben haben. Da gibt es kleine Details am Wegesrand: Im Wüstenlevel liegen große Drachenknochen herum, es gibt schöne Explosionen und gut animierte, abwechslungsreiche Monster.
Allerdings fragt man sich die ganze Zeit, warum die Entwickler nicht doch lieber eine schöne 2D-Engine benutzt haben. Wie man schon auf den Screenshots sieht, sind die Texturen sehr verschwommen und es bildet sich häufig Pixelbrei. Auf einigen Screenshots hat man sogar Probleme, den Helden auf den ersten Blick zu erkennen. Außerdem hackelt das Spiel leicht.
Das hört sich schlimm an, aber fällt beim Spielen nicht so stark auf – man weiß ja eh immer, wo sein Charakter genau ist und wenn man von zehn berittenen Chaoskriegern angegriffen wird hat man auch kaum Zeit, um auf die Texturen zu achten.

Sound:
Die Sounduntermalung ist sehr passend. Die Musik ist packend und genau perfekt für ein wildes Schlachtgetümmel. Die Soundeffekte sind etwas blass und bieten nur das Übliche wie Waffengeklirre, Pfeilschüsse und Todesröcheln der Monster.

Features:
In den Optionen gibt insgesamt sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch) zur Auswahl. Die Steuerung lässt sich komplett auf die eigenen Bedürfnisse einstellen. Außerdem gibt es es eine Vibrationsfunktion, die allerdings nicht auf dem N-Gage Classic funktioniert (aber auch nur selten zum Einsatz kommt).
Ansonsten ist noch die Online-Hilfe positiv hervorzuheben. Sie erklärt alles wissenswerte zum Spiel kurz und sehr verständlich.

Multiplayer:
Im Multiplayermodus können 1-4 Spieler über Bluetooth gegen- und miteinander spielen. Leider konnten wir diesen Modus mangels zweitem Testmuster nicht testen. Die Optionen hören sich jedoch viel versprechend an. Es ist möglich, das komplette Spiel zu zweit durchzuspielen und auch Gegenstände zu tauschen. Außerdem gibt es im Dorf eine Kampfarena, in der man sich gegenseitig eins auf die Mütze hauen kann.

Fazit:
The Roots ist das bislang beste Rollenspiel auf dem N-Gage. Gerade die recht kurzen Level laden zur entspannenden Monsterjagd in der Mittagspause ein. Irgendwie will man dann doch nur noch kurz bis zur nächsten Stufe spielen, dann nochmal eben die neue Waffe ausprobieren oder "nur noch" das Dungeon ausräuchern. Und dann hat man schon wieder länger gespielt, als man eigentlich wollte.
Leider schwächelt das Spiel bei der Grafik. Es wird Zeit, dass die Entwickler nicht immer nur auf 3D setzen, weil der N-Gage als 3D-Handheld gilt. Es muss auch zum Spiel passen. Pathway to Glory wäre in 3D auch nur halb so gut und auch „The Roots“ hätte eine hübsche 2D-Engine besser gestanden.

Michael Schmalenstroer für N-Page.de

Vielen Dank an Nokia für die freundliche Bereitstellung der Testversion.





Packshot

Details

Publisher:
Cenega Publishing

Developer:
Tannhauser Gate

Genre:
Rollenspiel

Release:
Mai 2005

Multiplayer:
4

Screenshots:
(zum Vergrößern anklicken)

shot1

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