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Review vom 14.01.2006

  Rifts - Promise of Power



WERTUNG:
89%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
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Es reicht! Schluss! Aus! Vorbei! Obgleich ich dieses Spiel nicht aus den Händen nehmen kann und ich es noch immer nicht durch habe, werde ich nun darüber berichten. Frei nach dem Motto „the never ending story“ zeigt der Spielzeit auf dem kleinen Modul schon utopische 150 Stunden an, Tendenz steigend. Träume ich oder wache ich? Naja, zumindest biete ich euch heute einen Pakt an: Ich schreibe den Bericht obwohl ich bei diesem Spiel noch lange nicht den Creditbildschrim gesehen haben. Wovon ich rede? Rifts: Promise of Power.

Zwischen den Welten von DSA und Shadowrun.
Pen & Paper Rollenspiele sind schon immer sehr beliebt gewesen. Man schnappt sich eine Truppe fantasiebeflügelter Freunde und schmeißt sich mit ein paar zwanzigseitigen Würfeln vor ein offenes Buch. Hier erzählt der Meister die Geschichte und lenkt die Geschicke der Welt. Das spontane Auftauchen von Monstern und Fallen, kosmische Ereignisse, alles nur Denkbare kann in einer solchen Fantasiewelt, deren Rahmen auf Papier festgehalten wurde geschehen. Bewegt man sich bei „Das Schwarze Auge“ noch eher im Rahmen der fuchtelnden Schwerter zur Ritterzeiten, begibt sich Shadowrun eher in die Zukunftsrichtung mit Cyberkriegern und Hackern.

Rifts erschien das erste Mal in Papierform im Jahre 1990 und wurde ursprünglich von Kevin Siembieda erfunden. Bis heute haben sich hunderttausende dieser Bücher in den USA verkauft und hierzulande blieb das Abenteuer der Rifts eher im Verborgenen. Zwar gibt es wenige Rollenspielfans, die einen Import gewagt haben, doch eine solch große Fanbasis wie das deutsche Rollenspiel DSA hat man hierzulande nicht.

Die Frage stellt sich, warum ist Rifts kein erfolgreiches Rollenspiel, ist die Story langweilig, das Kampfsystem undurchdacht? Auf diese Fragen kann ich nur sagen keineswegs, denn in der Welt von Rifts hat man Freiheiten, die man nicht überall genießen kann. Aber ein Ausschnitt aus der Story dürfte reichen, um so manchen Rollenspieler neugierig zu machen.

In einer fernen Zukunft war alles auf der Erde friedlich und eine glorreiche Zeit wurde durchlebt. Doch eines Tages wurden seltsame Wellen übernatürlicher Energie freigesetzt. Diese spannten sich wie ein Netz um die Erde und dort, wo sich diese Energielinien befanden, entstand ein Dimensionsriss, so genannte "Rifts". Was den Rifts entsprang strotze jeder Fantasie. Egal ob Dimensional Beings (auch als D-Bees bekannt), prähistorische Dinosaurier oder Fabelwesen wie Vampire oder Werwölfe. Die Welt veränderte sich daraufhin sehr plötzlich, tausende Menschen starben in dem Kampf gegen das Übernatürliche, die eingegrenzten Territorien sorgen für völlig neue Bewohner und Kulturen auf der Erde. Von hochtechnologisierten Alien-Kriegern bis hin mutierten Zombies.

Nun müssen die Menschen die Erde zurückerobern und in einer Welt, die voller Magie, Psionik und High-Tech fast zu kollabieren droht, versuchen zu überleben oder womöglich die Rifts als Dimensionstor zu anderen Welten nutzen, um dort den Seelenfrieden zu finden.


Kevin Simbiedia hat zahlreiche Bücher geschrieben, die in diesem spannenden Universum stattfinden. Nun haben sich Nokia, Backbone Entertainment, Palladium Books und mit dem Erfinder selbst zusammengetan und die erste Videospielumsetzung des Themas entwickelt. Schon auf der E3 im vergangen Jahr wurde es von vielen Redaktionen aus den USA zum „Most-Wanted“ oder „Best of E3“-Titel abgestempelt. Zu Recht?

Das Spiel beginnt von klein an, man braucht keinerlei Erfahrungen mit dem echten Rollenspiel gemacht zu haben, keine Regeln kennen und kann sofort loslegen. Der Spieler sucht sich einen von insgesamt drei Basischarakteren aus, mit denen er die Welt von Rifts erkunden möchte. Zur Wahl stehen ein klassischer Söldner, eine Psychic und ein Magier. Für den späteren Verlauf kann man seine Klasse noch ändern, wobei der Söldner die Basis für High-Tech-Krieger ist, die Psychic eine Art Mittelweg darstellt und der Magier später zu einem von vielen (wer hätte es gedacht) magischen Charakteren weiterentwickelt werden kann. Bevor man sich also für einen permanenten Protagonisten entscheidet, wird man erst die Charaktere der Welt ein wenig kennen lernen und somit nicht als kompletter Neuling eine finale Entscheidung treffen müssen.

Das Spiel an sich erinnert an übliche taktische Rollenspiele, wie beispielsweise Final Fantasy Tactics auf der Playstation oder dem Game Boy Advance. Man kontrolliert eine Truppe Helden durch ein Abenteuer und die Kampfszenen sind rundenbasiert.

Die Fans des Rollenspiels werden von der Komplexität begeistert sein. Zahlreiche Attribute stehen dem Helden zur Verfügung und es wäre eine Leichtigkeit, den Helden auf dem N-Gage auf das echte Papier zu übertragen. Während des Abenteuers wird man seinen Protagonisten also in den verschiedensten Bereichen upleveln können und Neulinge würden sich eventuell überfordert fühlen, doch auch hier ist die richtige Lösung vorhanden. Wer nicht weiß, welche Attribute er steigern sollte, kann einfach die Autofunktion aktivieren und somit errechnet der Computer, welche Attribute für den Spieler am wichtigsten sind. Dieser ausgeklügelte Spagat zwischen Komplexität und Einfachheit ist im Spiel wie ein roter Faden durchgezogen. Sowohl die Rollenspielprofis als auch die Greenhorns auf dem Sektor werden klar kommen.

In 80 Tagen um die Welt
Während des Abenteuers streift der Mann in der Tat um die ganze Welt. In den verschiedensten Städten kann man sich mit anderen Charakteren unterhalten, bekommt Sidequests angeboten, um weitere Helden kennen zu lernen oder seine Geldbörse aufzufrischen. Bis zu zwei weitere Helden können an der Seite des Protagonisten wandern. Egal ob Cyborg, Glitterboy, dunkler Magier, Psychic-Knight, Crazy, etc. Jeder Charakter hat seine eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Beispielsweise ein Jucier ist ein mächtiger Nahkämpfer, der aufgrund einer speziellen Droge übermenschlich stark wird. Nachteil: seine Lebenserwartung sinkt aufgrund der Drogen auf 5 bis 7 Jahre. Ein Crazy ist ein geistesgestörter Kämpfer mit einem Psychic-Bolzen im Hirn. Dieser verleiht besondere Fähigkeiten, doch sorgt er auch für Persönlichkeitsveränderungen, die manchmal sehr schmerzhaft für die eigene Truppe sein können.

Man trifft also die schrillsten Typen da draußen und muss sich für eine Seite entscheiden: Gut oder Böse. (Anm. d. Red.: Luke, ich bin dein Vater!) Der einsame Samariter unter den Spielern wird öfters von anderen Leuten unterstützt, doch sind die Belohnungen meist gering. Der skrupellose Held hingegen wird immer wieder in den dunklen Gassen seine Handlanger finden, die enorme Geldsummen anbieten, wenn man eine Stadt ausrottet oder fahrlässig mit anderen Leben umgeht. Geld spielt eine große Rolle, denn in den Städten kann man sich mit den besten Waffen und Rüstungen ausstatten. Hat man eine Cyborg dabei, können sogar ganze Körperteile ausgetauscht werden, gegen entsprechende Bezahlung versteht sich. So kämpft man sich von Schlacht zu Schlacht, um weitere Ressourcen zu erhalten und die Helden mit noch besseren Waffen oder Fähigkeiten auszustatten.

Die Vielfalt dieser ist nahezu gigantisch. Lichtschwerter, Kampfstäbe, Laserwaffen, Plasmakanonen, Jetpacks, Spielgelrüstungen, bewaffnete Gliedmaßen, etc. Doch nicht nur im Bereich der Waffen trifft man diese Reichhaltigkeit an, sondern auch bei den Fähigkeiten der Psychics und Magier.

Je nachdem wie der Spieler sich unterwegs entscheidet, ändert sich sein Ruf in der Welt und Dorfbewohner sind verschreckt, wenn das Heldentrio auftaucht. Die ändern natürlich im Allgemeinen den Spielverlauf und nur der rote Faden ist immer der gleiche. Man reist durch die Welt und lernt immer neue Gebiete kennen. Dort, wo man als Neuling auftaucht, muss man sich den Respekt erst verdienen und meist auch mit den dortigen Waffen aufrüsten, um eine Chance zu haben. So durchläuft das Spiel mehrere Spannungskurven und bleibt auch über längere Spieldauer unterhaltsam, obwohl die Kämpfe sehr oft vorkommen und manchmal nerven. (Anm. d. Red.: Wir reden von hundert und mehr Stunden.)


Steuerung:
Doch wollen wir nun auch einmal auf das Kampfprinzip eingehen. Die Menüs sind so angelegt, dass man sich schnell zu Recht findet und weiß, wo man Attacken, Zauber oder Objekte finden kann. Auf der freidrehbaren Karte befinden sich maximal fünf Gegner, wenn diese nicht weitere Finsterlinge beschwören. So wird nun rundenbasiert gezogen und je nach Waffentyp und Spezialfähigkeiten werden Aktionen ausgeführt. Ob Nahkampftechniken oder Distanzschüsse, dies ist dem Spieler in jeder Situation frei überlassen. Man kann sich im Gelände hinter Objekten verstecken, auf verschiedene Ebenen steigen, fliegen, Kampfgeschütze auf dem Schlachtfeld finden, etc. Während des Kampfes gibt es zahlreiche Attribuständerungen, wie „Gift“, „Wahnsinn“, „Betäubung“, „Schlaf“, etc, die die Helden durchleben können. Auch hier merkt man die Reichhaltigkeit und Komplexität. An die Steuerung auf der drehbaren Weltkarte muss man sich zunächst gewöhnen, doch hat man dies geschafft, ist der praktische Nutzen enorm.

Grafik:
Wie gesagt haben wir eine dreidimensionale Welt mit Spritfiguren. So kann man per Knopfdruck den Blickwinkel um 90° drehen und den taktischen Vorteil suchen. Die Zeichnungen erinnern stark an die aus den Original-Büchern und sind sehr ansehnlich. Gezeichnete Zwischensequenzen sorgen für das nötige Flair. Der Grafikstil passt sich somit den Gegebenheiten an und ist sehr passend. Einzig und allein die Animationsphasen der Charaktere hätten etwas üppiger ausfallen können.


Sound:
Hier trifft es einen etwas härter. Die Musik ist stark monoton und sorgt dafür, dass man schon nach wenigen Stunden einen Ohrwurm hat, wenn man aus einem Kampf erfolgreich hervor geht. Auch die Sounds sind nicht sehr abwechslungsreich und somit hat man in diesem Sektor ein wenig gespart und etwas an Stimmung vertan.

Features:
Hier gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Eine enorme Anzahl von Charakteren, Waffen, Fähigkeiten, Zaubersprüchen und Objekten. Ein Abenteuer, was in Sachen Spielzeit alles Bisherige auf dem N-Gage übertrifft. Storywendungen, die für genug Spannung sorgen, dass man auch nach der langen Zeit immer noch fest dabei ist. Multiplayerfähigkeiten online und offline.

Multiplayer:
Hier hat man sich in die Höhle des Löwen gewagt und ein komplett neues Konzept entwickelt. Gerade für den Bereich des Onlinespielens ist es sehr wichtig, auch ein längeres Spiel gut spielen zu können. So wurde das Feature der „Turn Notifications“ ins Leben gerufen. Vergleichbar mit Briefschach kann ein Abenteuer auch weiter ausgetragen werden, wenn nicht beide Spieler online sind. Der eine macht seinen Zug, während der andere noch im Bett ist und diesen später nachholt. Eigentlich eine sehr gute Idee, doch verlängert diese die Spielzeit in noch astronomischere Längen, als sie eh schon ist. Dazu kommt, dass die Übertragung online recht langsam ist. Hier ist Bluetooth fast schon die bessere Wahl.

Fazit:
Man kann eindeutig Behaupten, dass Rifts: Promise of Power zu den komplexesten Spielen auf dem N-Gage gehört. Die enorme Vielfalt und das durchgängig gute Design, der ständige Drang, Neues zu entdecken, neue Welten zu erforschen und seine Helden bis in kleinste Detail aufzustocken sorgen dafür, dass man lange Zeit vor dem N-Gage gefesselt wird. Wenn selbst Kevin Simbiedia, der Erfinder des original Rollenspiels mit dem Produkt zufrieden ist, kann so viel nicht falsch gemacht worden sein. Nach über 150 Stunden habe ich noch lange nicht alles gesehen und werde nun weiterspielen, um endlich das Ende der Story zu hören.

Kevin Jensen für N-Page.de

Vielen Dank an Nokia für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.





Packshot

Details

Publisher:
Nokia

Developer:
Backbone Entertainments

Genre:
Rollenspiel

Release:
Oktober 2005

Multiplayer:
ja

Screenshots:
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shot1

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