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Review vom 06.12.2004

  Pocket Kingdom - Own the World



WERTUNG:
85%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
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Ich pwne Lamer, bis ich diese N00bs owne!

Sega und die Dreamcast - Ein kleines Kapitel Videospielgeschichte für sich. Noch heute wird die 128Bit-Konsole als Kultobjekt gefeiert und verehrt. Zahlreiche Spiele werden auch heute noch für die aktuellen Konsolen umgesetzt, einfallsreiche Spieleserien wie die Virtua Fighter Reihe feiern weiterhin Erfolge.
Trotz einiger Hits war der Dreamcast jedoch nur ein Nischendasein bei Spielefreaks beschert. Eine weitere Parallele zum N-Gage ist jedoch vor allem die erstmalige Möglichkeit gewesen, online mit anderen Spielern in Kontakt zu treten. Phantasy Star Online wurde das erste Konsolenrollenspiel, dass man multinational erleben konnte.

Der wohl seltsamste N-Gage Titel bisher kommt wieder aus dem Hause Sega. Bei der Ankündigung des Online-Strategietitels Pocket Kingdom - Own the world auf der CeBIT 2004 waren die Gesichter recht lang. Keine besonders überragende Grafik, auf 3D wurde vollständig verzichtet. Ein Strategie-Spielprinzip, mit dem noch keiner richtig etwas anfangen konnte. Online sein eigenes Königreich führen? Etwas genauer, bitte.

Die Grundstory ist einfach: Ihr seid der Besitzer eines eigenen kleinen Königreiches und müsst durch die Lande ziehen, um andere User herauszufordern. Dabei spielt das Ganze in einer etwas wirren Fantasy-Welt, die gar nicht erst vorgibt, echt zu sein, im Gegenteil. Das Ziel ist es, die von drei "gesperrten" Spielern eroberte Krone zu erobern und so die Welt zu beherrschen. Der Stil von Pocket Kingdom ist dabei schrill, laut und ganz und gar anders. Das gesamte Geschehen findet in "l33t"-Sprache statt, dem "Hackerslang" des Internets. Pwnen, Ownen, Lamer, "Komm her, dann mach ichs dir wie deiner Mutter" - All das ist für ein Fantasy-Strategiegame nicht gerade der übliche Umgangston, gibt aber hier eine ganz besondere Note. Wer des Englischen mächtig ist, der sollte zudem lieber in dieser Sprache spielen, denn trotz aller Bemühungen der Übersetzer macht es doch so den meisten Spaß. Im Deutschen pwned es sich eben nur halb so gut.

Zu Beginn steht eurem Königreich eine für den Anfang respektable Geldsumme, Loot genannt, zur Verfügung, um eine erste Armee auf die Beine zu stellen. Dann geht es ab auf die Spielwiese und die Suche nach dem Gegner, in diesem Falle vom Computer gesteuerte Schlossbewohner eigener Königreiche, beginnt.
Die Kämpfe gestalten sich dabei ungewohnt: Der Spieler selber hat keinen Einfluss auf das Geschehen, die Monster und Soldaten kloppen daher munter aufeinander ein. Das wirkt zunächst befremdlich, ist aber im Wesentlichen ein strategischer Punkt: Es ist nicht wichtig, wie gut eure Party von euch gesteuert wird sondern, was ihr ihnen in den Kampf mitgebt. Wie eine Glucke sitzt man schließlich gebannt vor dem kleinen Bildschirm und feuert ab und zu auch mal sein Getier an, dem anderen mächtig den Hintern zu versohlen und ihn, wenn möglich, zu "ownen". Eure Figuren können nämlich entweder "out" oder ge"owned" werden, was so viel bedeutet wie "verletzt, aber am Leben" oder "ab nach Hause, lass dich bloß nie wieder blicken". Letzteres ist vor allem dann ärgerlich, wenn eine hochgezüchtete Killermaschine ins Gras beißen muss.

Um das zu verhindern, gibt es die Möglichkeit, eure Schützlinge mit Waffen und Rüstungen auszustatten, damit der Kampf nicht in einem Desaster endet. Diese Accessoires gibt es aber nicht zu kaufen, sie müssen erst aus Einzelstücken im wohl wichtigsten Teil des Spiels (neben dem Schlachtfeld) zusammengebraut werden: Dem Labor. Hat man sich den weißen Kittel umgeschnallt, geht es auch schon ans Eingemachte. Aus den unterschiedlichsten Rezepturen bekommt man Äxte, Schwerter, Rüstungen und Embleme zu Stande. Letztere sind wichtig, um eure Soldaten aufzurüsten und in andere Klassen zu verwandeln. Da wird der Adlige schnell zum untoten Necromancer, während der vielfältige Soldat vom Bogenschützen bis Meisterdieb so ziemlich jede Kampfklasse annehmen kann. Die ganz dicken Viecher erhält man aber erst im späteren Verlauf des Spiels.

Viel zu tun also, vor allem für Fans von Mixturen und anderen Kleinigkeiten. Hier offenbart sich jedoch leider auch schon die größte Schwachstelle des Spiels: Das Menü-System ist alles andere als ausgereift. Will man im Shop etwas kaufen oder los werden, muss jedes Item extra ausgewählt und bestätigt werden - So ist es z.B. nicht möglich, gleich mehrere Juwelen auf einmal zu verkaufen. Gemeinsam mit der recht langsamen Reaktion des N-Gage kann es recht frustig werden, vor allem, da der Schlosskeller nur 250 Gegenstände fasst und man ständig neue erhält.

Ein weiterer Minuspunkt sind die häufigen Ladezeiten vor und nach den Kämpfen sowie die fehlende Möglichkeit, die Battles abzubrechen oder gar ganz abzuschalten und nur das Ergebnis mit zu bekommen.
Wer jedoch mit diesen Dingen keine großen Probleme hat, der bekommt ein unglaublich umfangreiches, wenn auch sehr redundantes Spiel geboten. Als Solospieler hat man das Ziel vor Augen, möglichst sämtliche Non Player Character Burgen zu erobern, um die wichtigen Victory Points zu sammeln, die einem spezielle Monsterfusionen erst möglich machen. VP für das All Time Owner Board gibt es jedoch nur online und auch nur dann, wenn man den "ranked"-Modus spielt.

Hat man die dritte Welt erspielt, geht es auch endlich ans Eingemachte und die Substanz des Spiels: Ins mobile Feindesland! Man ist zwar immernoch ein N00b und sollte seine Figuren noch ein Weilchen trainieren, trotzdem kann zu Beginn ein leichtes Schnuppern in die richtige Welt da draußen nicht schaden - Schon allein, um mal kräftig eins auf die Nase zu bekommen und sich zu besinnen, dass man doch besser noch ein wenig trainieren sollte.
Hat man auf dem Feld einen anderen Spieler gefunden (was in den Anfangsbereichen noch recht spärlich ist, in den höheren Rängen aber sich stetig füllt), kann man ihm entweder eine Nachricht schicken und so wie mit einem Instantmessenger kommunizieren. Oder man kann ihn angreifen und sehen, was die Verteidigung so alles hergibt. Sich selber muss man natürlich auch gegen einfallende Kreaturen zur Wehr setzen, so dass immer eine starke Party zu Hofe Heim und Herd beschützen sollte. Und das kann ganz schön anstrengend werden - Ein System mit beinahe unendlich viel Langzeitspaß!

Steuerung:
Die Steuerung von Pocket Kingdom läuft komplett Menü-basierend ab. Ihr wählt eure Figuren, stattet sie mit Waffen aus und schickt sie munter in den Kampf, wo sie sich selbständig bewähren müssen.
Die Menüs sind gut zu bedienen, sehr gut lesbar, aber reagieren manchmal etwas träge. Das bereits angesprochene maue Shop-System kann einem ungeduldigen Spieler auch mal den Tag versauen.

Grafik:
Old School 16 Bit beschreibt den von PK benutzten Grafikstil am besten. Hübsche Sprites vor genauso leckeren Hintergründen, bunte Menügrafiken und eine akzeptable Animations- sowie Monstervielfalt sorgen für Abwechslung. Hohes N-Gage Niveau ist es zwar nicht, dafür jedoch zweckmäßig und passend.

Sound:
Seien wir ehrlich: Nach kurzer Zeit wandert man im Menü auf den Musik-Schalter und schraubt das Gedudel auf Null herunter. Wenn man zum 100sten Mal die gleiche Musik im Thronsaal hört ist man bereit, sein Königreich für ein Pferd zu verkaufen.

Features:
Hat man zu Beginn nur eine kleine Monsterriege, entwickelt sich diese im Laufe des Spiels zu einer großen Familie mit feuerspeienden Drachen, Totenbeschwörern, Robotern und sonst allem, was die Entwicklerfantasie so hergibt. Viele verschiedene Möglichkeiten im Labor laden zum Experimentieren ein. Der Dauerspaß ist ernorm!

Multiplayer:
Einen reinen Bluetooth-Multiplayer gibt es nicht. Entweder online, oder gar nicht. PK basiert auf dem gleichen System wie schon Pathway to Glory, ist also nur mit unserem Tutorial online über BT spielbar.
Die Möglichkeiten, die sich einem mit dem Zugriff auf die N-Gage Arena bieten, sind riesig. Das weltweite Schlachtfeld ist bereits jetzt mit streunenden Gegnern gefüllt, Tag für Tag werden es mehr. Dies ist das Herz von Pocket Kingdom, der eigentliche Sinn des Spiels: Werde Herrscher der Welt! Lass deine Armeen marschieren und gewinne Kampf für Kampf!

Fazit:
Trotz der erwähnten Mängel steckt in Pocket Kingdom - Own the World eine ganz große Portion Spielspaß! Hat man sich durch die ersten mühsamen Spielstunden gequält und die ersten Einheiten aufgerüstet, verfällt man in eine Art Rausch, der schier ewig anzuhalten droht. Das typische "Nur noch eine Minute"-Prinzip, nach dem man doch noch stundenlang gebannt vor seinem N-Gage sitzt, kommt bei PK voll zu tragen.

Hat man den bereits recht umfangreichen Singleplayer-Modus absolviert, steht einem die ganze Welt als Bühne offen. Und hier offenbart Pocket Kingdom seine großen Stärken. Wie in guten Browser-Spielen nimmt einem dieses Strategie-Game jede freie Minute - Own the world, mit uns sehr gerne!

Christian Nork für N-Page.de

Vielen Dank an Nokia für die Bereitstellung des Testmusters





Packshot

Details

Publisher:
Sega

Developer:
Sega

Genre:
Strategie

Release:
29.11.2003

Multiplayer:
Unendlich

Screenshots:
(zum Vergrößern anklicken)

shot1

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