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Review vom 27.11.2004

  Pathway to Glory



WERTUNG:
91%
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
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Wege des Ruhms

Was haben die Leute eigentlich immer mit dem zweiten Weltkrieg? Unzählige Videospiel-Versoftungen widmen sich nur dem Thema, Hitler die Macht über Europa zu entreißen. Die moderne Art der Vergangenheits-Bewältigung, sozusagen. Ob Medal of Honor, Commandos, Call of Duty oder jetzt das nächste Drei-Wörter-im-Titel-Spiel Pathway to Glory, alle beleuchten dieses Szenario des Schreckens von einer anderen Seite.

War Call of Duty kein besonderer Erfolg auf dem N-Gage gegönnt (starke Ruckeleinlagen und eine miese Weitsicht machen das Spiel teilweise unspielbar), liegen in Pathway to Glory große Hoffnungen. Kein Wunder, Nokias Vorzeigegame war nicht umsonst zwei Jahre lang in der Entwicklung und durchlebte eines der größten Playertestings der letzten Jahre.
Der Aufwand war enorm. Hunderte von finnischen Soldaten standen für die Porträts im Spiel Modell, professionelle Experten standen mit Rat und Tat zur Seite, um möglichst noch das kleinste Detail ins Spiel zu integrieren. Die Ambition, das perfekte Handheld-Erlebnis zu schaffen, merkt man dem Spiel aber auch eindeutig an. Genauso die Freude der Programmierer: Wer einmal die Credits bis ganz zum Schluss durchlaufen lässt (und zwar wirklich ganz zum Schluss!), bekommt noch ein paar humoristische Einlagen zu lesen.

Pathway to Glory beginnt mit der Großinvasion der Alliierten auf Italien. Historisch korrekt beginnt alles kurz vor Sizilien, um dann weiter Aufwärts in Richtung Rom zu schreiten. Danach führt die lose Storyline euer Bataillon nach Frankreich, von wo aus man schlussendlich Deutschland betritt, um den Nazis den Garaus zu machen.

Während Call of Duty die Geschichte in Form eines 3D-Shooters erzählte, ist Pathway to Glory ein rundenbasierendes Strategiespiel, welches man am ehesten als eine Mischung aus Battle Island, Advance Wars und Commandos beschreiben könnte. Ihr steuert meistens ein Platoon von sechs bis acht Soldaten, dem spezielle Sonderaufgaben zugeteilt werden - Zerstöre Dies, erobere Jenes. Besonders kreativ sind die Aufgaben nicht, besitzen aber alle einen historischen Hintergrund, der einem unterhalb der Missionsbeschreibung ausführlich erklärt wird. Lernen beim Videospielen, eine spannende Sache! Leider kann man nicht auch noch einen Feldzug auf der Seite der Achsenmächte betreiben, die Abwechslung kommt so leider etwas zu kurz.

Jede eurer Figuren besitzt so genannte Aktionspunkte, die in einem Zug verbraucht werden können - aber nicht müssen! Die AP dienen dazu, euren Recken zu bewegen und/oder auf einen der zahlreichen Gegner zu feuern. Es empfiehlt sich aber, nicht immer alle Punkte zu verbrauchen. Denn nimmt man sie mit in die gegnerische Runde, kann sich eure Gruppe immer noch gegen einfallende Soldaten verteidigen. Hinterhalte sind auf diese Weise ausgezeichnet planbar. Doch Vorsicht: Dumm sind die Deutschen und Italiener nur am Anfang. In den späteren Missionen knabbert man eine ganze Weile an einer der insgesamt 14 Missionen.

Jeder eurer Soldaten verfügt über spezielle, individuelle Fähigkeiten. Der Sanitäter ist z.B. ein nicht unbedingt begnadeter Bazooka-Kämpfer, während der Scharfschütze schon mal durch den halben Level hindurch einem Nazi die Butter vom Brot ballern kann. Dafür ist er wieder in anderen Bereichen schwächer, was zu Beginn jeder Mission ein genaues Planen erfordert, wen man denn jetzt mitnimmt. Im Voraus weiß man meistens nämlich nicht, ob z.B. Panzer und schwere Artillerie vorhanden sind - Eine Panzerfaust mehr kann die ganze Sache stark erleichtern.

Für jeden überlebten Level erhalten eure Soldaten Erfahrungspunkte, welche sich positiv auf ihre Eigenschaften auswirken. Darum ist es um so schmerzhafter, wenn mal einer von ihnen das Zeitliche segnet und durch einen blutigen Anfänger ersetzt werden muss. Lieber startet man den ganzen Level von vorne, als sich dieser "Gefahr" auszusetzen. Außerdem wachsen einem die Rabauken mächtig ans Herz. Individuelle Synchronsprecher, mal zackig, mal bärbeißig, sorgen für eine packende Atmosphäre.

Steuerung:
Die Steuerung, zu Beginn gewöhnungsbedürftig, hat man nach den ersten paar Versuchen gut im Griff. Mit 1 und 3 schaltet ihr zwischen euren Soldaten hin und her, die 5 dient dem Bestätigen von Befehlen. Mit der 6 aktiviert man das Zielkreuz, wenn man z.B. Gebäude oder schwer erreichbare Soldaten beschießen will.
Jeder Soldat verfügt über mehrere Waffen, die man entweder über den "Benutzen"-Befehl des Spielmenüs aufruft, oder durch die Taste 4 durchschaltet.
Ganz wichtig ist es, das Terrain für sich zu nutzen. Dafür hat euer Soldat drei verschiedene Haltungen: Stehen, Knien, Liegen. Das hat alles seinen Sinn: Liegend hat der Kämpfer einen besseren Schuss, ist schwerer zu treffen, verbraucht aber mehr Aktionspunkte beim Kriechen und hat einen kleineren Sichtwinkel für Hinterhalte.
Will man auf jemanden Schießen kostet das, wie bereits erwähnt, Aktionspunkte. Die Farbe des Zielkreuzes zeigt einem dabei, ob man einfach mit Links den Gegner ausschalten kann (grünes Kreuz), oder ob man seine Munition lieber nicht verschwendet (rotes Kreuz). Je mehr Punkte man einsetzt, desto genauer wird der Schuss. Was nicht heißt, dass man auch wirklich treffen muss...
Die 9 lässt je nach Cursor-Position den angewählten Soldaten in eine bestimmte Richtung schauen und mit der 7 kommt man ins Menü, während die 2, ganz wichtig, die Karte anzeigt. Diese Übersicht benutzt man besonders dann, wenn der Gegner am Zug ist. Überblick ist alles!
Man hat sich bemüht, das Spiel so leicht verständlich und steuerbar wie möglich zu machen. Kein Wunder, bei so vielen Betatest-Reihen musste ja am Ende ein gut bedienbares Vergnügen heraus kommen!

Grafik:
Es ist beinahe unglaublich, was Red Lynx hier aus dem N-Gage herausholt. Ursprünglich als erster 3D-Handheld beworben, ist Pathway to Glory 2D-Grafik par excellence. Unheimlich viele Details verwöhnen das Auge, ausgezeichnet und flüssig animierte Pixelsoldaten kriechen übers Feld und verhalten sich dank Motion Capturing erstaunlich Lebensecht.
Jedes Gebäude kann in die Luft gesprengt werden, um z.B. die darin stationierten Wachen mit einem Schlag zu eliminieren.
Von den Waffen ist der Flammenwerfer am eindrucksvollsten, der mit seinem halbtransparenten Strahl verheerendes Chaos über die Gegner bringt, die zufällig zu nah heran gekommen sind.
Das alles ist stark realistisch gehalten und nichts für schwache Gemüter. In Kinderhände gehört Pathway to Glory ganz sicher nicht, eine Altersfreigabe ab 16 Jahren wäre durchaus gerechtfertigt. Blutende Figuren, schreiende Feinde - Das ist Weltkrieg live!

Die Umgebung ist liebevoll gestaltet worden. Die Entwickler nutzten dafür echte Gebäude als Vorlage, die als 3D-Modelle in das Spiel integriert wurden. Fans von Merklin-Eisenbahnen würden die Tränen in die Augen steigen, so detailverliebt ist das Ganze.
Die Zwischensequenzen sind nicht animiert, Filme sucht man auch vergeblich. Dafür sind die verwendeten Standbilder von einer Authentizität, wie man sie nur selten in Computerspielen findet. Der hier arbeitende Künstler hat sich stark von alten Fotos und Postkarten inspirieren lassen, so dass dem Spiel sein bemühter Realismus noch echter vorkommt.

Einzig die Animation der Fahrzeuge ist dem Spiel negativ anzukreiden. Diese bewegen sich teilweise wie auf Schienen oder nur sehr stark ruckend durch die Gegend.

Sound:
Gleich zu Beginn begrüßt einen die martialische Titelmelodie von Pathway to Glory, die auch auf einer Soundtrack CD zu haben ist. Zwischen den Einsätzen sind immer wieder militärische Klänge zu hören, die kleine Trommel ist als Spannungselement allgegenwärtig.
Während der Level hört man nur selten Musik oder gar andere Geräusche der Umgebung, wie z.B. Vogelgezwitscher. Dafür melden sich eure Soldaten in Wort und Ton zu Gehör und kommentieren jeden eurer Marschbefehle in eigenem Dialekt oder eigener Sprache. Ruft der Franzose sein frohes "Pour la baguette", ist das typische British-English deutlich vom us-amerikanischen Slang zu unterscheiden.
Für uns Deutsche ist natürlich besonders die Synchronisation der Nazis recht unterhaltsam, welche sich in der Kampagne meist auf Schmerz- oder Todesschreie beschränkt. In den Multiplayer-Schlachten kann man dann auch von ihnen andere, stets individuell verschiedene Kommentare hören.
Beim Start einer neuen Mission erfährt man die Grundstory in englischer Sprachausgabe, welche im Missions-Briefing per Text auf Deutsch erläutert wird. Untertitel wären vielleicht in diesem Falle nicht schlecht gewesen, ihr Fehlen dient aber ein weiteres Mal der unglaublich starken Atmosphäre.
Die Waffen wurden, wie schon in Call of Duty, besonders realistisch vertont und den Echten nachempfunden.

Features:
Pathway to Glory verfügt über ein unglaublichen Reichtum an Kleinigkeiten. Ist man als Tester glücklich, endlich einen Fehler, nämlich eine fehlende Schnellspeicherfunktion gefunden zu haben, überrascht das Spiel mit einem eigenen Autosaveverhalten, welches auch bei einer unterbrochenen Schlacht den Kampf an ein und der selben Stelle fortsetzen lässt. Wer mal etwas anderes Spiele will, kann dies tun.
Viele verschiedene Kämpfer, Nationen, Fahrzeuge und umfangreiche Missionen laden zum Immerwiederspielen ein. Wer bisher die Demo gezockt hat weiß, dass es unheimlich viel Spaß macht, unterschiedliche Wege im Spiel zu erkunden. Lang anhaltender Spielspaß und ein großes Wiederspielvergnügen geben einem genug Inhalt fürs Geld.
Doch den umfangreichsten Part der Features macht der Multiplayer aus, auf den wir jetzt detaillierter eingehen.

Multiplayer:
Von Anfang an stand fest: Pathway to Glory wird diesen Aspekt in ein ganz neues Licht tauchen. Online-Arenen, packende Duelle mit der ganzen Welt - Viel wurde versprochen, aber was konnte Nokia halten? Noch viel, viel mehr!

Hat man einen Freund zur Hand, der jedoch keinen N-Gage besitzt, kann man dank der Hot Seat Funktion dennoch gegen- oder sogar miteinander in die Schlacht ziehen: Denn die Kampagne ist auch mit einem Kumpel an der Seite durchzuspielen. Das macht zwar das Vergnügen etwas einfacher, dafür bringt es um so mehr Spaß, wenn sich jeder um seine eigene Flanke kümmert, die es zu verteidigen oder zu erobern gilt. Natürlich kann man nach getaner Arbeit den Spielstand sichern - Und so auch bei einem späteren Treffen an der gleichen Stelle weiter spielen!

Im Hot Seat wie im Bluetooth-Multiplayer ist ein Spiel mit bis zu insgesamt sechs Leuten möglich. Neben der Kampagne besitzt Pathway to Glory eine ganze Menge an Arenen, in denen man immer zwei Gewinnchancen hat: Entweder, man eliminiert alle Gegner, oder man erobert sämtliche Gebietspunkte einer Partei. Dafür stehen auf dem Gelände genügend Panzer, Lastwägen und Geschützstellungen herum, mit denen man sich einen kleinen Vorteil besorgen kann. Die Kenntnis des Terrains ist von äußerster Wichtigkeit, was vor allem im wichtigsten Multiplayer-Teil des Spiels, dem Online-Bereich, von Nöten ist.

Das Herz von Pathway to Glory wird durch die Mobile Warfare, die mobile Kriegsführung, bestimmt. Dieses Spiel ist das erste rundenbasierende Handheldstrategiespiel, welches über eine mobile Internet-Verbindung gegeneinander gespielt werden kann. In unserem Test kämpften wir an der Seite eines Spaniers gegen einen Polen und einen Amerikaner - Alles Mitglieder der N-Gage Arena, die auch im dortigen Forum vertreten sind. Und alles ohne irgendwelche Unterbrechungen oder Lags, Verbindungsschwierigkeiten.
Online hat man die Wahl zwischen zwei verschiedenen Modi: Ihr könnt entweder Gefiltert oder nach Rangliste kämpfen.
Gefiltert bedeutet, dass ihr gegen jeden PtG-Besitzer auf der Welt kämpfen könnt, in jeder Arena, die ihr wollt.
Nach Rangliste zu kämpfen heißt, dass man nur gegen Kämpfer antritt, welche das gleiche Niveau besitzen wie man selber. Ein Anfänger kann so niemals auf einen Vollprofi treffen, der einen in wenigen Zügen schachmatt setzt.
Im eigentlichen Kampf geht man ähnlich vor, wie in einem normalen Bluetooth-Match. Jeder Verfügt über eine Minute Zeit, seinen Zug so gut wie möglich auszunutzen. Im Gegensatz zum normalen Match ohne den Gebührenzähler im Nacken muss man jedoch einen Moment warten, bis die Figur den Befehl ausgeführt hat. Hier gilt es, schnell zwischen den verschiedenen Soldaten hin und her zu schalten, um das meiste aus seiner Zeit heraus zu holen.
Pathway to Glory verbietet es leider, über den guten alten Bluetooth-DSL-Internet Trick möglichst kostenfrei ins mobile Battle-Net einzudringen. N-Page.de hat hierfür jedoch das passende Tutorial, welches ihr hier findet.


Fazit:
Pathway to Glory ist, ohne zu übertreiben, das derzeit beste N-Gage Game auf dem Markt. Wohl auch das beste Handheld-Strategie-Spiel überhaupt. Ausgezeichnete Grafik, toller Sound und ein starker Multiplayer-Modus mit vielen Optionen machen das Spiel zu einem Must-Have Titel, den man sich auf jeden Fall kaufen sollte, wenn man nur einen Funken Interesse an diesem Genre hat.
Einzelspieler lockt eine umfangreiche, wenn auch leicht einseitige Kampagne, welche nach einem Mal Durchspielen durch die Mehrspielerfunktionen ausgezeichnet ergänzt wird.
Wer hier nicht zugreift, ist selber schuld.


Christian Nork für N-Page.de
Vielen Dank an Nokia für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.





Packshot

Details

Publisher:
Nokia

Developer:
Nokia

Genre:
Shooter

Release:
26.11.2004

Multiplayer:
Online

Screenshots:
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