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Review vom 14.11.2005

  High Seize



WERTUNG:
88%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
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Komplettlösung
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Johoo... und ne Buddel voll rum!
Sie werden wieder Salonfähig. Spätestens, seitdem Johnny Depp als Captain Jack Sparrow über die Planken gewankt ist, haben Piraten wieder Kultstatus erreicht. Kein Wunder, die Freibeuter der Meere waren ja schon vor Jahren bei Alt und Jung in der Mode... Dreiviertelhosen kommen auch wieder, warum dann nicht ebenso die einbeinigen, mit Augenklappe bewehrten Ganoven?
Red Lynx, die Macher des grandiosen Pathway to Glory, haben sich an eine Umsetzung des Themas für den N-Gage gewagt, das nicht nur auf den ersten Blick an einen guten, alten Nintendo-Klassiker erinnert...

In High Seize spielt ihr die Rolle eines ehemaligen Marine-Offiziers, der sich eigentlich als Fischer zur Ruhe gesetzt hatte. Nachdem jedoch finstere Piraten seinen Vater gefangen genommen haben, ist es vorbei mit dem ruhigen Leben. Stattdessen gilt es, finsteren Genossen den Garaus zu machen, taktisches Geschick zu beweisen und wenn möglich am Leben zu bleiben! Die hübsche Story rund um eine Schatzkarte und deren Verwicklungen ist gespickt mit Freundschaft, Verrat und Liebe. Eben alles, was ein Freibeuter-Abenteuer so ausmacht!

Anstatt jedoch einfach nur die Pathway to Glory Idee in die Karibik zu versetzen, hat man bei Red Lynx an anderer Stelle "Inspiration" geholt. Nintendo stand mit seiner Advance Wars Reihe mehr als nur Pate, die jedoch ursprünglich auch nur auf Battle Isle von der deutschen Firma Blue Byte zurück geht. Trotzdem sind die Ähnlichkeiten zum Japan-Titel von solch großer Vielfalt, dass eine Klage seitens BigN womöglich nur eine Frage der Zeit ist.

Wie im besagten Advance Wars führt ihr bei High Size eure Truppen nicht persönlich auf das Schlachtfeld. Stattdessen lenkt ihr als Heerführer aus sicherer Entfernung eure Mini-Figuren per Cursor und lasst sie in Zügen ziehen, angreifen oder Gebäude erobern. Zu Beginn wird euch die komplette Steuerung in einem Tutorial erklärt, das so gut wie nichts auslässt und einen gut gerüstet in die Schlacht schickt.
Die Züge erfolgen rundenweise, was auch das Online-Spielen über die N-Gage Arena erlaubt. Dabei beginnt immer der Spieler, was euch ab und an auch einen kleinen Vorteil verschafft. Die Ziele jeder Mission sind unterschiedlich. Meistens müssen sämtliche Gegner eliminiert werden, mal gilt es aber auch, eine bestimmte Anzahl von Runden zu überleben.
Zur Verfügung stehen die unterschiedlichsten Figuren. Angefangen vom einfachen Säbelrassler geht es hoch hinauf bis zum Kavalleristen und den Brandkanonen. Doch nicht nur zu Land ist man unterwegs, ein richtiger Pirat (bzw. in eurem Fall Piratenjäger) wäre nichts ohne seine Boots-Armee! Dass das leichte Ruderboot dabei der Schaluppe und dem Großsegler ganz gut das Wasser reichen kann, ist leider einer der wenigen Tiefschläge dieses Spiels: Oft sind die billigen, leichten Einheiten in größerer Anzahl produziert effektiver als eine Armee aus lauter schweren Truppen.

Ja, Produzieren geht auch! In manchen Leveln stehen dem Spieler Häfen und Kasernen zur Verfügung, die, das nötige Kleingeld vorausgesetzt, Figuren en masse herstellen. Kapital erhält man über eroberte Dörfer, die mit einer unberittenen Einheit in (normalerweise) zwei Zügen zu euren Vasallen gemacht werden können.
Treffen einmal zwei gegnerische Figuren aufeinander, geht sie schon los, die wilde Schlacht! Das Bild wechselt in eine andere Ansicht, in der sich die Armeen gegenüber stehen. Jede Figur verfügt über 100 Einheiten, die jetzt je nach Stärke und Schlachtfeldstandort töten und getötet werden. Vorteile verschaffen dabei Nebelbänke, Wälder, Berge und Städte.

Normalerweise befehligt man in den meisten Personen die Geschicke selber. Nur ab und an wechselt der Kommandostab an einen eurer Untergebenen. Jede Kommando-Figur verfügt über spezielle Fähigkeiten, die bei Scharmützeln aufgeladen und anschließend ausgelöst werden können. Zu Beginn des Spiels kann man zwischen drei Fähigkeiten aussuchen. So stehen einem z.B. mit "Technische Errungenschaft" auf einmal statt Pistolenträgern Musketiere auf dem Feld. Doch keine Angst, wer Anfangs eifersüchtig auf andere Fähigkeiten geschielt hat, dem sei gesagt, dass hier eine der größten Unterscheidungen zu Nintendos Advance Wars zu finden ist: Eure eigene Figur erhält nämlich pro Kampf Fähigkeitenpunkte, die man auf der Weltkarte in bessere Einheiten oder eben neue Fähigkeiten stecken kann! Um jedoch komplett aufzurüsten reichen die normalen Missionen nicht. Daher überfallen einen hin und wieder auf der Reise feindliche Piraten, Spanier, Holländer und Franzosen, die einen Engländer wie euch einfach nicht leiden können. Das gibt zusätzliche Punkte und eine gute Gelegenheit, die eigene Armee aufzupowern!

Der Umfang von High Seize ist enorm. Viele Missionen, vier Kartenstücke zum Herumfahren und Quests, die man lösen kann, aber nicht muss, warten auf den Spieler. Viele Stunden Spielspaß also! Wem das nicht genügt, der kann ja online auf Schatzsuche gehen. Dort findet man auch Gegner, die einem das Wasser reichen können. Denn an der KI hat man ein wenig gespart. Eine richtige Herausforderung sind selbst die späteren Level nicht unbedingt.

Steuerung:
Das N-Gage Pad erlaubt eine genaue Ansteuerung der Spielfiguren und lässt den Cursor flott über die Schlachtfelder sausen. Praktischerweise kann man mit der 1 und der 3 zwischen noch nicht bewegten Figuren hin und her schalten, so dass auch bei dem kleinen N-Gage Display die Übersicht gewahrt bleibt.
Die Menüs erinnern ein wenig an Pathway to Glory und sind intuitiv erlernbar. Etwas anderes ist man von einem Nokia-Spiel ja auch nicht gewohnt.

Grafik:
Red Lynx hat kräftig am N-Gage geschraubt und präsentiert eine wunderschöne 2D-Grafik, die sich hinter Game Boy Advance Titeln nicht verstecken muss, im Gegenteil. High Seize steckt jeden anderen 2D-Handheld-Strategietitel grafisch in die Tasche, auch die Nintendo DS Version von Advance Wars.
Die kleinen Figuren wuseln kräftig übers Bild, dass es eine wahre Freude ist. Die Karten sind an das Display des N-Gage angepasst und immer gut spielbar.
Die Animationen der Kämpfe wirken wie aus einem Guss und auch die Zwischensequenzen sind, trotz kaum bewegter Standbilder, sehr schön gezeichnet.

Sound:
Dass der N-Gage eine ausgezeichnete Audio-Qualität bieten kann, wissen wir ja seit Pathway to Glory. Aber was in High Seize geboten wird, zeigt, dass Red Lynx wahre Sound-Könige sind. Tolle Musik gepaart mit ausgezeichneten Sprechern machen das Abenteuer zum akustischen Vergnügen. Für den Hauptcharakter wurde ein sehr an Max Payne erinnernder Synchronisator genommen, der, wie alle anderen auch, seine Arbeit ausgezeichnet macht. Zum Glück wurde das Spiel nur per Text komplett ins Deutsche übersetzt, so bleibt die Atmosphäre erhalten.

Features:
Viele Missionen, eine bis auf ein paar Schreibfehler ausgezeichnete deutsche Übersetzung und eine ganze Menge an Fähigkeiten, die es zu erlernen gilt: Keine Frage, High Seize greift in die Vollen, auch für N-Gage Verhältnisse!


Multiplayer:
Endlich! Etwas, was Nintendo bis dato nicht hinbekommen hat, wird auf dem N-Gage Realität. Advance Wars Online. Jedenfalls so halb. Schließlich ist es immer noch High Seize.
Wer die Missionen alle beendet hat und darauf brennt, sich mal mit intelligenten Gegnern zu prügeln (denn die KI ist, wie erwähnt, wirklich nicht gerade die beste), der kann das in der N-Gage Arena tun! Rundenweise kann man über das GPRS-Netz miteinander in den Clinch gehen. Schade, dass es hierzulande noch immer keine bezahlbare Flatrate fürs mobile Surfen gibt. So bleiben deutsche Spieler ein weiteres Mal außen vor.
Und so bleibt einem nur der kostenlose Multiplayer für bis zu vier Spieler und der Hot Seat Modus, in dem man auf einem Gerät mit einer weiteren Person sich die Zeit vertreiben kann.

Fazit:
High Seize bietet auf dem N-Gage hochwertige Strategiekost, die sich hinter den Nintendo-Spielen der Advance Wars Reihe nicht verstecken muss. Tolle Grafiken, gepaart mit einer einmaligen Sounduntermalung und einer schönen Story machen das Spiel zum Must Have für Denksportler. Doch auch Action-Fans können zugreifen: High Seize darf man einfach nicht verpassen! Da stören auch nicht die KI-Schwächen oder die leichte Überlegenheit der kleineren Einheiten. Wer einen N-Gage sein Eigen nennt, der kommt dieses Jahr nicht an Red Lynx' Spielspaßgranate vorbei!

Christian Nork für N-Page.de

Vielen Dank an Nokia für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.





Packshot

Details

Publisher:
Nokia

Developer:
Red Lynx

Genre:
Strategie

Release:
November 2005

Multiplayer:
ja

Screenshots:
(zum Vergrößern anklicken)

shot1

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