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Review vom 14.08.2004

  Tom Clancy’s Ghost Recon: Jungle Storm



WERTUNG:
82%
Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre
Zu diesem Spiel: Wagen
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Meinungen:
3 Kommentare
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Die Welt ist nicht mehr sicher, so viel steht jedenfalls fest, wenn der 08/15 Bürger durch seine Tageszeitung blättert, den Fernseher einschaltet oder im Internet surft. Überall Terroristen, Flugzeugentführer, Rentner und Hartz IV – Da muss man sich ja nach einer professionelle Antiterroreinheit sehnen! Und wenn keine zur Hand ist wird eben virtuell geballert – Frustablassen vor dem Herrn, sozusagen.


Ghost Recon hat auf PC und Konsole schon eine längere Tradition, war bereits Spiel des Jahres und wird dort bald fortgesetzt. Gewachsen auf den Ideen von Tom Clancy, seines Zeichens erfolgreicher Spionageromanautor mit Titeln wie Jagd auf Roter Oktober, ist die Ghost Recon Reihe neben Rainbow Six und Splinter Cell ein weiteres Standbein im Gamingbusiness. Dank des großartigen Hintergrunds, den die Fantasie eines Romanautors mit ausgezeichneten Kenntnissen nun mal hat, sind sämtliche Storys recht Realitätsnah und könnten heute oder morgen wirklich passieren. In manchen Fällen liegen Fiktion Tom Clancys und Realität – 11. September – recht nah beieinander. Ob das bei Ghost Recon – Jungle Storm so sein wird, kann man noch nicht voraus sagen.

Die N-Gage Version des Taktikshooters spielt im Jahr 2010. Amerikas größter Traum ist wahr geworden: Kuba demokratisch, Fidel Castro tot. Eigentlich Friede, Freude, Eierkuchen, aber nix wars: Böse Kriminelle aus den Drogenkartellen Kolumbiens streben danach, die noch junge Demokratie zu stürzen, um ihre schmutzigen Geschäfte weiterhin ungehindert durchführen zu können. Kuba bittet die USA um Hilfe, welche eine Spezialeinheit entsendet, die Ghosts. Dreimal dürft ihr nicht raten: Das seid ihr, keine Frage.

Vier Freunde müsst ihr sein
Ihr steuert euer Team aus der bekannten Egoshooter-Perspektive, sprich mit dem Blick über den Lauf der Waffe hinweg. Im Gegensatz zu herkömmlichen Shootern wie z.B. Ashen stehen euch noch drei Kollegen zur Seite, in die ihr auf Knopfdruck wechseln könnt. Damit bekommt man vollen Zugriff auf alle Spezialwaffen, welche im Gepäck schlummern. Das ist wichtig, benötigt man z.B. den Scharfschützen doch recht oft, um weit entfernte Gegner sicher zu eliminieren. Außerdem kann so auch mal eine Person im Kampf fallen, richtig übel nimmt einem das Programm diesen Faux Pas nicht: Im nächsten Level ist die wandelnde Leiche wieder mit von der Partie. Besonders aufpassen wird man also nicht, sind ja vier Leute im Gepäck und um das gesamte Ghost-Team umzubringen muss man sich wirklich etwas schwer tun – oder blind durch den härtesten der drei (später sogar 4) Schwierigkeitsgrade laufen.

In insgesamt 8 Levels gilt es nun, Geiseln zu befreien, Züge und andere Dinge in die Luft zu sprengen sowie sämtliche Gegner zu töten. Das Übliche also, was eine Spezialeinheit in südlichen Gefilden zu tun hat. Zu Beginn jeder Mission gibt es ein Textbriefing, welches dank guter Übersetzung nichts von seinem Humor einzubüßen hat. Man kann es auch getrost überspringen, da man im Spiel selber dank Navigationspunkten sehr leicht von Ziel zu Ziel gelenkt wird. Vorher müssen aber noch die richtigen Waffen für euren Hauptcharakter gewählt werden, die anderen Figuren bestückt der Computer. Wer richtig mächtige Schießprügel will, der muss erst einmal die Level bestehen – Denn nur so lassen sich die weiteren Eisen freischalten. Diese machen dann aber auch richtig Laune unter den Terroristen.

Euer Inventar reicht von der normalen Handfeuerwaffe über das MG im Miniformat bis hin zum handlichen Raketenwerfer für die Handtasche. Zusätzlich zu den Primärwaffen stehen euch noch die Sekündärgeräte zur Verfügung, welche entweder eine weitere Waffe oder auch ein schmuckes Fernglas sein können. Ganz nach Vorliebe. Das Nachtsichtgerät ist standardmäßig in der Ausrüstung integriert, wird jedoch leider, leider nur in einem einzigen Level benötigt. Schade, weil gerade dieses Tool nicht nur gut aussieht, sondern unheimlich viel Atmosphäre mit ins Spiel bringt.

Sowieso kommen in Ghost Recon einige Dinge zu knapp. Schnell sind alle acht Level durchgespielt, alle Schwierigkeitsgrade geknackt und alle Goodies freigeschaltet. Was bleibt sind die Herausforderungen, welche spezielle Aufgaben in den bereits bekannten Levels darstellen. Mal müsst ihr ohne eure drei Muchachos auf die Pirsch gehen, ein anderes Mal tötet bereits ein Schuss, etc. Das alles zieht den Spielspaß ein wenig nach Oben, hält aber auch nicht ewig. Unterm Strich bekommt man einfach zu wenig Spiel fürs Geld. In ein paar Stunden ist man durch, hat alles gesehen und fragt sich beim Abspann, obs jetzt eigentlich erst richtig losgeht.

Steuerung:
Wer bereits Ashen gespielt hat wird mit Ghost Recon zu Beginn erst einmal seine Probleme haben. Die Standard-Steuerung ist etwas ausgefallen, lässt sich jedoch im Optionenmenü umkonfigurieren. Nach kurzer Gewöhnungsphase kommt man aber mit der ursprünglichen Lenkung besser zurecht, da sie sich für den Scharfschützen sowie die Teambefehle besser eignet. Letztere sind etwas ungeschickt auszuführen, muss man doch genau den Bereich, wo man zwei Ghosts hinschicken will, mit dem Zielkreuz berühren – Am Boden, wohlgemerkt. Was bei Ghost Recon aber kein so großes Problem darstellt wie bei einem schnellen Action-Shooter: Man hat Zeit! Gerade an der Steuerung merkt man das Wort „Taktik“: Alles geht gemächlich-realistisch zu, schnelle Moves wie in Nokias Horror-Shooter kann man nicht ausführen. Darunter leidet ein wenig eure Reaktionsfähigkeit, denn wenn eure Kameraden eine Verwundung melden ist die Drehung manchmal zu langsam, um sie noch retten zu können. Gott sei Dank kann man mit einem kurzen Tastendruck durch die Figuren gleiten und so selber den Feind ausschalten.
Wichtiges Element ist das Zoomen, welches am N-Gage mit einem Druck auf das Steuerkreuz und beim QD über die OK-Taste funktioniert. Nach anfänglicher Skepsis gegenüber der ersten Lösung weicht sie schnell der Begeisterung: Zoomen geht leicht von der Hand und ins Blut über. Eine gute Alternative, die sich zukünftige Shooter merken sollten.

Grafik:
War Ashen schon ein wunderschöner 3D-Shooter, setzt Ghost Recon noch einen drauf. So realistische und ansprechende Grafik war bis dato auf keinem Handheld zu sehen. Selbst die Playstation 1 konnte erst in ihren späteren Jahren mit so einer Pracht aufwarten. Die Umgebung saugt einen geradezu in den N-Gage hinein, man sitzt gebannt davor und hofft auf das nächste Detail, dass man aus der wirklichen Welt kennt. In den Städten laufen Zivilisten herum, Busse stehen am Straßenrand und Reklameaufschriften machen Werbung für ein Softgetränk. Wenn man bereits am Staunen ist kommen Missionen mit Regen oder Nachtsichtgerät, welche die Stärken der Engine demonstrieren. Trotz vieler Dinge bleibt das Spiel meistens flüssig, Ruckler sieht man im Singleplayer selten. Die Framerate macht keine Höhenflüge, bleibt aber konstant.
Auch bei den Animationen haben sich die Jungs von Gameloft Mühe gegeben. Kleine Details wie ein Terrorist, der seine Schnürsenkel überprüft, lockern das Geschehen auf. Bei einer Explosion fliegen die Figuren wild wirbelnd durch die Luft. Zwar ist alles etwas arg blockig, vor allem die Gesichter, aber, hey: Es ist ein Handheld!

Sound:
Markige Bestätigungen, krachende Schüsse und atmosphärische Soundeffekte – Ghost Recon bietet alles, was ein guter 3D Shooter benötigt. Jede Waffe hat ihre charakteristischen Geräusche, vom lauten Wummern des Maschinengewehrs bis zum ohrenbetäubenden Knall des Snipers. Eure Kameraden bestätigen Befehle oder Abschüsse kurz und knapp in englischer Sprachausgabe (die per Untertitel übersetzt wird!) und geben euch Bescheid, wenn sie Treffer nehmen.
Um eine Dschungelstimmung zu schaffen sind hin und wieder Tiere zu hören; nähert sich der Spieler einem herumstehenden Bus ertönt zunächst leise, dann immer lauter werdend das Brummen des Motors, als habe der Fahrer erst vor kurzem das Gefährt verlassen. Klasse.

Features:
In diesem Bereich punktet Ghost Recon mit einigen Neuerungen, muss jedoch viele Federn lassen. So haben es die Entwickler versäumt, einen Arena-Modus einzubauen, man kann also nicht seine Daten mit anderen Spielern auf der ganzen Welt messen. Auch die Hoffnung auf weitere Level im Download kann man damit begraben.
Wie bereits erwähnt ist das Spiel nach acht Missionen bereits zu Ende – Für so einen Titel ein schwerer Schlag, dürstet es das Zockerherz doch nach viel mehr! Etwas für Abhilfe sorgen die Herausforderungen, die jedoch auch nur eine Variation von bereits Gesehenem darstellen. An dieser Stelle gibt es leider den meisten Punktabzug für Ghost Recon.
Dafür kann sich der Multiplayer sehen lassen!

Multiplayer:
Ghost Recon bietet erstmals einen Mutliplayer für bis zu acht Spieler, was wohl eine völlige Ausreizung des Bluetooth-Protokolls darstellt. Neben dem Standard-Modus Deathmatch gibt es noch einen coolen Cooperativen Teil für drei Spieler, von denen jeder in einen der Ghosts schlüpfen darf. Man sollte in diesem Fall jedoch Friendly Fire ausschalten, weil zu viele gute Kämpfer ihr Leben im Feuer eines Kameraden lassen…
Zusätzlich gibt es noch den Überleben-Modus, in dem der letzte Spieler gewinnt, sowie eine Art „King of the Hill“-Spiel, bei dem Schlüsselpositionen auf der Karte besonders lang verteidigt werden müssen. Alle 30 Sekunden gibt es einen Punkt pro kontrollierten Bereich.
Das große Aber folgt jedoch: Wie bei den bisherigen Shootern auf dem N-Gage ist der Spieler, welcher das Game hostet, im Vorteil. Bei ihm ruckelt das Vergnügen nicht, sondern läuft flüssig. Alle anderen haben mit teilweise schweren Verzögerungen zu kämpfen, welche ab und an das Zielen unmöglich machen. Hier muss dringend etwas geschehen, oder zukünftige Spiele werden das gleiche Schicksal erleiden müssen…

Fazit:
Es tut uns weh, Ghost Recon nur diese Wertung geben zu können. Die geniale Grafik, Atmosphäre und Spieltiefe hätten es an die Spitze der N-Gage Spiele katapultiert. Aber was nützt einem das Ganze, wenn es zu schnell vorbei ist? Die 8 Missionen sind dank des moderaten Schwierigkeitsgrades ratz-fatz durchgespielt und das war’s dann. Eindeutig zu wenig Spiel fürs Geld, was bei einem 45 Euro Titel schmerzhaft bewusst wird. Man hat Lust auf mehr, da ist das Ende bereits in Sicht. Hier helfen auch keine Herausforderungen , da diese dem Spieler keine zusätzlichen Level bieten, sondern nur Althergebrachtes wieder aufwärmen. Unterm Strich bleibt ein beeindruckendes Spiel, welches viele Möglichkeiten bietet und vor allem eins weckt: Die Lust auf einen Nachfolger!

Christian Nork für N-Page.de

Vielen Dank an Nokia für die freundliche Bereitstellung der Testmuster.





Packshot

Details

Publisher:
Gameloft/ Ubi Soft

Developer:
Gameloft

Genre:
Shooter

Release:
August 2004

Multiplayer:
8

Screenshots:
(zum Vergrößern anklicken)

shot1

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