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Die N-Gage Historie




Was mussten sich die N-Gage Fans 2003 für Spot und Hohn abholen. Nokia hatte gerade sein erstes Spielehandy auf den Markt gebracht und wurde, nicht zuletzt dank zahlreicher Designfehler, von der Spielepresse kräftig runter gemacht. Ganz nach dem Motto: "Wenn er am Boden liegt, gleich nochmal zutreten!" Da halfen auch erste gute Spiele wie Tomb Raider und Tony Hawks Pro Skater nicht, vor allem, da der Rest des Start-Lineups hauptsächlich aus schlecht konvertierten Game Boy Advance Spielen bestand.
Erst nach und nach klaubte Nokia fähige Entwickler und Entwicklungshäuser zusammen, schuf einen Deal mit Electronic Arts und veröffentlichte am Ende sogar richtig gute Perlen.

Jetzt, vier Jahre später, erinnert man sich nur noch spärlich an das "Dönerhandy" und seinen designtechnisch um einiges verbesserten Nachfolger, den QD. Doch Nokia hat die Marke, die sie erschaffen haben, nicht vergessen. Zwar ist derzeit kein reines Spielehandy angekündigt, doch mit der Integration der N-Gage Reihe in die N-Serie, den Multimediahandys, hat man den einzig richtigen Schritt getan, um die Gelegenheitszocker anzusprechen.



Doch am Anfang stand der Döner. 2003 war es geradezu revolutionär, ein Mobiltelefon heraus zu bringen, das nicht nur gute Multimediafähigkeiten besaß (der MP3-Player gilt heute noch als einer der besten), sondern mit dem man auch richtige Spiele spielen konnte. Den eigentlichen Start der Handy-Games, noch vor Jamba und Co., machte im Prinzip Vodafone mit seinem "Load-a-Game" Konzept. Noch in magerem Schwarzweiß war es u.a. möglich, Dr. Grant in Jurassic Park 3 durch dinoverseuchte Dschungelpfade zu lotsen. Doch erst Jamba mit seinen einfach produzierten, teuer vermarkteten Spielen konnte eine Massenbewegung starten, die nicht nur viel Geld einbrachte, sondern bis heute anhält. Inzwischen gibt es kaum ein Mobiltelefon, das nicht mit Spielen ausgeliefert wird. Electronic Arts, Platzhirsch mit Marken wie FIFA Soccer oder den SIMS liefert dabei fleißig mit.

Für den N-Gage gab es 2003 zunächst eine kleine Handvoll an Spielen, die qualitativ stark variierten. Wer für einen Titel wie Puzzle Bobble VS verantwortlich war, wird sich auch heute noch in Grund und Boden schämen. Und bis auf die Playstation-Umsetzungen Tomb Raider und Tony Hawk schaffte es kein einziger Titel, richtig zu überzeugen. Selbst die Game Boy Advance Umsetzung von Sonic musste auf Grund des Hochkant-Displays Einbußen hinnehmen.

Dann folgte erstmal eine ganze Weile nichts mehr. Die nach einem Release übliche Game-Flaute packte den N-Gage sehr stark, einzig Ausreißer wie das nur in Japan veröffentlichte Sega Rally machten hier eine Ausnahme. Wobei man sich glücklich schätzen darf, dass dieser Titel niemals in unseren Breiten auf den Markt kam, so schlecht ist das Spiel geworden.
Zu Weihnachten 2003 gab es dann einen weiteren kleinen Games-Schub, der mit FIFA Soccer 2004 seinen ersten Höhepunkt fand. Dank einer schicken 3D-Grafik konnte sich das Spiel den Titel "Bester Handheldfußball 2003" abholen. Doch die richtigen Ankündigungen kamen erst 2004.

Als UbiSoft mit ihrer Tochterfirma Gameloft auf den N-Gage Zug aufspringt, beginnt die Blütezeit der Nokia-Konsole. Gameloft, die schon für Jamba zahlreiche ordentliche Spiele veröffentlicht haben und sich auch für die GBA-Umsetzung Splinter Cell verantwortlich zeichneten, veröffentlichten im August 2004 eine eigene Version von Tom Clancys Ghost Recon: Jungle Storm. Damit trafen die Jungs aus Frankreich den richtigen Nerv. Mit Hilfe einer speziell entwickelten 3D-Engine entstand der bis dato beste Ghost Recon-Titel für eine Handheld-Konsole, der sogar heute noch außer Konkurrenz ist.
Statt sich jetzt auf den Lorbeeren auszuruhen, nahm Gameloft die 3D-Engine und setzte ein fulminantes Autorennspiel drauf: Asphalt - Urban GT. Das Spiel, das es als eins der wenigen N-Gage Games zu einer Fortsetzung schaffte, wurde inzwischen auch für Nintendos DS und sogar Sonys Playstation Portable umgesetzt. Der 3. Teil erscheint demnächst für die N-Gage Next Gen.
Den Höhepunkt schaffte man dann jedoch im letzten N-Gage-Jahr mit Splinter Cell - Chaos Theory. Das grafisch grandiose Spiel überzeugte mit packender Story und fesselndem Gameplay und stellte jedes bis dahin erschienene Handy-Spiel in den Schatten.

Doch nicht nur die Fremdentwickler sorgten für guten Stoff in der Lebenszeit des alten N-Gage. Auch Nokia selbst lies entwickeln. Mit viel Geld im Rücken entstand so "Pathway to Glory", das Glanzstück und mit 91% von N-Page.de am besten bewertete Spiel. Als Kriegssimulation angekündigt, konnten vor allem die Tiefe des Gameplays und die ausgezeichnete 2D-Grafik überzeugen. Selbst heute merkt man dem Spiel noch an, dass hier sehr viel Geld reingesteckt wurde. Ein eigens komponierter Soundtrack und Geräusche, die von den Original-Waffen aufgenommen wurden, sprechen eine deutliche Sprache.
Natürlich erhielt auch Pathway to Glory einen Nachfolger, der jedoch nicht mehr diesen großen Eindruck machen konnte wie der Vorgänger. Wohl auch deswegen, weil er sich mehr wie ein Add-On als wie ein neues Game spielte.

So ging die Zeit für den N-Gage dahin, EA veröffentlichte immerhin noch ein weiteres FIFA Soccer sowie ein geniales, mit Online-Multiplayer gesegnetes Tiger Woods Golf-Spiel.
Herausragend aus der inzwischen ansteigenden Spieleanzahl waren das von Torus Games produzierte Ashen, ein finsterer 3D-Shooter, sowie Worms World Party von THQ, das bisher als einziges Handheld-Wurmspiel die komplette Waffenpalette der PC-Versionen enthält.



Das Beste zum Schluss, das kann man über die Spieleauswahl des N-Gage im letzten Jahr der ersten Generation sagen. Allen voran schaffte es Mile High Pinball, sich in die Herzen der Gamer und Tester zu flippern. Das atmosphärisch starke, grafisch aber maue Pinball-Spiel wird ebenfalls eine Fortsetzung auf der Next Gen finden. Genauso wie ONE, ein von Nokia stark gehyptes Prügelspiel, das trotz ausgezeichneter Grafik und guten Ideen zuletzt dann doch an der schwammigen Steuerung von N-Gage und QD scheiterte. Wie man die komplizierten Schlagfolgen für die Next Gen umsetzen will - wir werden sehen!

Nokia wäre kein Handyhersteller, wenn man sich nicht viel schneller auf den Kunden einlassen könnte, als z.B. ein Konsolenfabrikant wie Nintendo. So stand nach einem Jahr N-Gage auf einmal der QD vor der Tür. Kleiner, leichter und besser zu bedienen, vor allem im Telefonmodus und was das Wechseln der Spiele anbelangt. Gemeinsam mit der Reinkarnation erschien SNAKES, das bis heute wohl erfolgreichste N-Gage Spiel. Kein Wunder, war es schließlich kostenlos und konnte per Bluetooth-Übertragung drahtlos an andere N-Gager weitergeleitet werden. Und: Auch SNAKES kommt wieder. Hoffen wir, dass das ein gutes Zeichen für Nokias zweite Generation ist.


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Autor: Christian Nork
Datum: 30.08.2007

Kategorie: Kolumnen
Umfang: 1 Seiten



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