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Messebabes - Die Stellung der Frau auf der Games Convention




Alice im Wunderland
Oder
Die Stellung der Frau auf der Games Convention


Ach, was hieß es früher nicht immer so schön: „Die Frau gehört in die Küche, hinter den Herd!“ Mit der Emanzipation ist jetzt natürlich alles anders geworden. Das vormals schwache Geschlecht hat längst Führungspositionen eingenommen, leitet Unternehmen, schreibt erfolgreiche Bücher über die Selbstfindung und das Moppel-ich – und ist auf der Games Convention in Leipzig vertreten, um eben diese Vormachtstellung den Männern gegenüber zu behaupten. Auftritt des vermeintlich schwachen Geschlechts!

Denn wenn über 50.000 pickelige, meist männliche, pubertierende Jambaklingeltonabonnenten mit Zahnspange und Discounter-Digicam durch die heiligen Hallen der Messe Leipzig kurven, dann stehen sie bereit: Die Krone der Schöpfung, der ganze Stolz einer Alice Schwarzer: Die Messebabes! Knappe Hotpants, kurze Röcke und phantasievolle Outfits zeigen mehr, als sie verhüllen. Sex sells, vor allem in einem so stark von Männern dominierten Segment wie den Videospielen.

Keine Frage, es muss eine berufliche Erfüllung sein, den ganzen Tag angegafft, fotografiert, angeredet und mit dummen Sprüchen bedacht zu werden. Für (hoffentlich gutes) Geld, versteht sich. Besonders kann da der Auftritt der Firma mit den ägyptischen Grabstätten im Logo überzeugen: Im großen Pavillon steht (neben zahlreichen der Namen gebenden, spitz zulaufenden Ramsch-Säulen) zentral eine Drehplattform mit dem Objekt der Begierde zahlreicher Jungenträume: Drei hübsche, gut gebaute weibliche Wesen im knappen Silberoutfit räkeln sich (meist gelangweilt) in der Gegend herum und haben den ganzen Tag einen Auftrag: Nichts tun. Gut, ab und an mal mit dem Hintern wackeln, was man dann „tanzen“ nennt. Trotzdem ist diese Fleischbeschauung sicher nicht das, was man sich als „emanzipierte Frau“ als das Ende aller Wünsche vorstellt, oder?

Die Krönung des Ganzen ist jedoch eine gewisse Zubehörfirma mit weißrotem Logo. Schon in der Haupthalle der Messe, dem Glaspavillon, „waschen“ drei knapp bekleidete junge Damen zum kaum hörbaren Bassrhythmus lasziv einen Mini Cooper und lassen dabei die Zockerjugend mehr sehen, als diese womöglich bisher in ihrem Leben zu Gesicht bekommen hat. Knapp sitzende Hotpants, fast bis zur Unkenntlichkeit geschminkte Gesichter, enge Oberteile – eigentlich müsste man bei dieser Show vorher eine Kontrolle der Alters-Bändchen der Zuschauer durchführen. Ab 6 Jahren ist dieser Auftritt sicher nicht.

Natürlich kann man uns jetzt als Prüde bezeichnen. „Lasst uns doch den Spaß, wir bekommen ja sonst nicht so was zu sehen.“ Möglicherweise, aber dass es auch anders geht, zeigen die großen Player der Branche: Gerade bei Nintendo und Sony gilt der Grundsatz, dass „Je mehr an, desto heller im Kopf“ durchaus zutrifft. Bei Beratungsgesprächen mit der holden Weiblichkeit konnten Prüffragen bei beiden Ständen meist zur Zufriedenheit beantwortet werden. Wusste man etwas nicht, fragte man einen Kollegen oder eine Kollegin und präsentierte (einmal auch einen Tag später, aber immerhin!) dem nervenden Gaming-Freak die richtige Antwort. Natürlich gab es auch hier schwarze Schafe, aber insgesamt bestätigt sich der positive Eindruck.

Fazit:
Da dieser Artikel sowieso nur dazu dient, um weiteres Augenmerk auf unsere Fotos von den Leipziger Messebabes zu richten (ja, auch wir sind Kamera-bewaffnet durch die Hallen gezogen, haben dumme Fragen gestellt und uns als hormongesteuerte Junkies geoutet), gibt es noch ein abschließendes Fazit, um dem Ganzen einen schönen Anstrich zu geben.
Nach tagelangem Trubel auf der Messe ist man froh, das eigene Heim zu erreichen und mal etwas weniger „Fleisch“ zu Gesicht zu bekommen. Irgendwann stumpft man ab, ob man will oder nicht. Knappe Röcke und tolle Körper sind eben nicht alles. Mens sana in corpore sanum sit. Ein gesunder Geist sollte in einem gesunden Körper sitzen. Amen.

Christian Nork für PlaystationPortable.de


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Autor: Christian Nork
Datum: 25.08.2005

Kategorie: Kolumnen
Umfang: 1 Seiten



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